Die Alexander Schuke Orgel in der St. Andreaskirche Teltow

Nachdem die Kirche im Jahre 1910 ausbrannte, wurde im Zuge der Neugestaltung des Innenraums auch ein Orgelneubau in Auftrag gegeben. Hier sollte die Orgel auch wieder ihren ursprünglichen Platz auf der Westempore bekommen.

Spieltisch, St. Andreaskirche Teltow

Die Firma Alexander Schuke fertigte 1910 ein Instrument mit 17 Registern verteilt auf zwei Manualen und Pedal auf pneumatischer Kegellade. Die Disposition wurde wie zu dieser Zeit typisch romantisch gewählt. So gab es auch Spielhilfen wie etwa einen Schweller, eine Crescendowalze und drei feste Kombinationen. Das Gehäuse stammt vermutlich aus der Feder von Professor August Oetken, Dozent an der Technischen Hochschule Berlin, der auch für die Ausmalung der Decke und Wände verantwortlich war. Prof. Oetken hatte 1909 bereits die Gestaltung des Innenraums der Dorfkirche Gröben übernommen. Nicht nur die Malereien, auch der Orgelprospekt der Wilhelm Sauer Orgel in der Gröbener Kirche sind sehr ähnlich.

Vandalismus in der Kriegs- und Nachkriegszeit schädigte die Orgel sehr, so dass die Entscheidung, die Disposition der Orgel an den Zeitgeschmack der 1960er Jahre anzupassen, sehr leicht gefallen sein muss. Heute sind nur noch die Pfeifen des Violon 16′ und des Subbass 16′ verändert vorhanden. Die neue Disposition liest sich wie die einer Wagnerorgel aus dem 18. Jahrhundert. Leider schmeichelt die Kegellade den nun viel kleineren Pfeifen aus schlechtem Material nicht besonders. 2010 folgte dann – wieder nach einem zum Glück nur kleinen Brand – die letzte Änderung. Die orgelbewegte Dispostion wurde mit einer Trompete 8′ im 1. Manual vollendet. Die Orgel hat in der Zeit des Umbaus ihren romantischen Charakter verloren. Das Schwellwerk wurde abgerissen, ebenso die Kombinationen und die Crescendowalze. Hoffentlich gibt es bald die Möglichkeit auf ein schlüssiges Konzept umzusteigen. Bespielsweise eine Rückführung in den Zustand von 1910 oder ein Stilreiner Neubau.

Original Disposition
Alexander Schuke Opus 59 Baujahr 1910

1.Manual C-f“‘                                              2. Manual (Schwellwerk)
1 Principal 8′ Cis-h im Prospekt                   8 Geigen Principal 8′
2 Bordun 16′                                                     9 Salicional 8′
3 Gambe 8′                                                       10 Aeoline 8′
4 Holflöte 8′                                                     11 Voix Celeste 8′ ab c
5 Gemshorn 8′                                                 12 Gedackt 8′
6 Oktave 4′ (C-h im Prospekt)                      13 Rohrflöte 4′
7 Mixtur 2-3 fach

Pedal C – d‘                                                     Spielhilfen:
14 Violon 16′                                                     Man Koppel 2/1
15 Subbass 16′                                                  Pedal Koppel 1/P 2/P
16 Cello 8′                                                         Crescendo Walze
17 Bassflöte 8′                                                  Schweller
                                                                            mf, f, ff, Auslöser
                                                                            Walze Abst.
                                                                            Piano Pedal

Aktuelle Disposition von 2010

1. Manual                                                       2. Manual
1 Principal 8′                                                     8 Gedackt 8′
2 Rohrflöte 8′                                                   9 Spillpfeife 4′
3 Oktave 4′                                                       10 Principal 2′
4 Spitzflöte 4′                                                   11 Sesquialtera 2 Fach
5 Waldflöte 2′                                                   12 Quinte 1 1/3
6 Mixtur 4 Fach                                               13 Scharff 3 Fach
7 Trompete 8′ (2010)

Pedal                                                                  Spielhilfen
14 Violon 16′                                                       Manualkoppel 2/1
15 Subbass 16′                                                    Pedalkoppeln 1/Ped 2/Ped
16 Gemshorn 8′
17 Oktave 4′