Bericht über die Estlandreise

Vom 25. 06.- 01. 07. 2013 unternahmen 41 Sängerinnen und Sänger der Kantorei Teltow zusammen mit 9 Musikern und 2 Solisten (Sopran/Oboe) eine Gastspielreise nach Estland.Eingeladen hatte uns der Chor der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde von Põltsamaa, zu dem seit 2004 partnerschaftliche Kontakte bestehen. Vor 6 Jahren war dieser Chor im Rahmen einer Konzertreise bei uns in Teltow zu Gast. Unsere   Gastspielreise gingen 2 Konzerte voraus (Potsdam, Teltow) die bei den zahlreichen Besuchern großen Anklang fanden. Mit diesem „Rückenwind“ der Zustimmung machten wir uns auf die Reise, die per Flugzeug, Fähre und Bus von Berlin nach Helsinki, Tallinn und schließlich nach Põltsamaa führte. Nach einem überaus herzlichen Empfang durch die Chorleiterin unseres Partnerchores, den Gemeindepfarrer und weitere Gastgeber verbrachten wir den 1. Aufenthaltstag als Exkursionstag in Tallinn.

Donnerstag, 27. Juni, 1. Konzerttag in Mustvee. Ausgiebige Probe in der Kirche, Fahrt zum Peipussee und Besuch eines Dorfes der Altgläubigen. Das Abendkonzert war gut besucht und endete mit einem großen Erfolg. Es zeigte sich bei diesem Konzert, wie auch bei allen weiteren, dass außer der musikalischen Qualität der dargebotenen Werke auch die Programmzusammenstellung in ihrer Vielfalt beeindruckte. Wir erlebten während des Konzertes wie die Menschen förmlich auftauten. Auch unsere einstudierten estnischen Lieder gingen sichtbar zu Herzen. Zum Schluss gab es viel Applaus, es gab Blumen und Pralinen, Umarmungen und Gespräche.

Freitag, 28. Juni, Konzert in Tartu. In Tartuerlebten wir eine eindrückliche Stadtführung, die durch Unterstützung des Goetheinstitutes vermittelt wurde. Danach Eintreffen in der riesigen Peterkirche mit 2500 Sitzplätzen. Nicht ohne Probleme waren demzufolge die akustischen Gegebenheiten, die sich erst nach längerem Probieren meistern ließen. Spannend war wieder (wie auch in allen anderen Kirchen) die Probe der doppelchörigen Pachelbel-Motette. Zum Einen galt es mit der klanglichen Verzögerung zurecht zu kommen, zum Anderen mussten sich Sänger und Dirigent eine Sichtachse durch, bzw. um die großen Leuchter bahnen. Das Abendkonzert war leider nur schwach besucht. Chor, Solisten und Orchester haben trotzdem alles gegeben, ebenso die Zuhörer mit ihrer grenzenlosen Begeisterung.

Samstag, 29. Juni, Konzert in Viljandi, St. Pauluskirche. Eindrucksvoller Kirchraum. Sehr gute Akustik. Förmlich zum Greifen die ganz besondere Konzentration und Intensität bei den Musizierenden und den Zuhörenden – wohl das beste Konzert unserer Reise. Als Dank gab es außer dem herzlichen Beifall auch noch ein zu Herzen gehendes Ständchen. Diesmal nicht von den musikalischen Akteuren auf den Podesten sondern von der Gastgeberin, der Kantorin der dortigen Gemeinde: ein estnisches Lied voller Innigkeit und mit warmer Stimme vorgetragen.

Sonntag, 30. Juni, Gottesdienst und Konzert in der Nikolaikirche Põltsamaa. Trotz des von Tag zu Tag zunehmenden „Schlaf-Dispo“ musikalisch noch einmal alles gegeben. Herzliche Dankesworte auf beiden Seiten. Geschenkeaustausch: Estnische Pralinen gegen ein gemaltes Bild der Teltower Kirche. Einladung an den Chor aus Põltsamaa in 3 Jahren nach Teltow zu kommen. Abschlussabend: Grußwort des Bürgermeisters. Dann Essen, Trinken, Fröhlichsein. Musikalische Ständchen von beiden Seiten. Unglaublich, in welche Stimmungs-Hochform sich unsere sonst so stillen und schüchternen estnischen Freunde steigerten.

Montag, 1. Juli, Verabschiedung am Pfarrhaus Põltsamaa. Gruppenfoto im Pfarrgarten – großer Kreis, irischen Reisesegen singend – Umarmungen – Pralinen – Tränen. 

Bus – Fähre – Flugzeug – Landung in Berlin Schönefeld – wieder zu Hause – Träumen von Estland dabei „Schlaf-Dispo“ schrittweise ausgleichen.

Teltow, 28.11.2013                                          Bernd Metzner